gerichtlicher Sachverständiger

Pflegegutachter

bzw. als Pflegesachverständiger haben ich die Aufgabe, die Pflege eines Pflegebedürftigen fachlich zu beurteilen, Pflegesgrade zu überprüfen und einzuschätzen sowie bestimmte Abläufe der Pflege zu bewerten. Die Einstufung in den korrekten Pflegegrad eines Pflegebedürftigen wirkt sich unmittelbar auf die finanzielle und personelle Planung der Familie aus und hilft, langwierige Widerspruchsverfahren zu verhindern. Einrichtungen, Angehörige und Pflegedürftige stützen sich auf die Gutachten der Pflegesachverständigen und können diese unter Umständen sogar vor Sozialgerichten zum Beweis einsetzen.

Außerdem werden Gutachten auch im Auftrag der Sozialgerichtsbarkeit und Pflegekassen erstellt. Das Sozialgericht ernennt mich dann zum gerichtlichen Sachverständigen. Meine Aufgabe ist es nun, mir anhand der Unterlagen und der Pflegebegurteilung vor Ort ein Bild zu machen. Im Rahmen dieses Pflegegutachtens beantworte ich die Beweisfragen des Sozialsgerichts.

Sorgfaltspflichten des Pflegesachverständigen
Die Pflicht des Sachverständigen ist es, ein Pflegegutachten zu erstellen:
- unparteiisch, nach bestem Wissen und Gewissen.
– frei von sachfremden Einflüssen und Erwägungen,
- unter Einsatz seiner eignen Kenntnisse und Erfahrungen unter Heranziehung der erforderlichen Hilfsmittel
Ermittlung von Tatsachen
Kennzeichnend für die „feststellende Denktätigkeit des Sachverständigen“ bei der Ermittlung von Tatsachen ist, dass nur eine Feststellung als richtig gedacht werden kann und dass kein Ermessensspielraum gegeben ist. Trotzdem müssen bei der Feststellung von Tatsachen Unsicherheitsfaktoren vom Sachverständigen erwogen und benannt werden.
Bewertung von Sachen und Leistungen
Die Bewertung von Sachen und Leistungen durch einen Sachverständigen enthält Aussagen zur Zweckbestimmung ( z.B.:Wozu dienen Leistungen? Wozu werden Hilfsmittel gebraucht?) oder Einschätzungen zur Beschaffenheit bzw. zu Qualitäten von Personen oder Dingen (Wie ist der Klient bei der körperlichen Untersuchung „beschaffen“? Wie stellt sich seine häusliche Umgebung dar?).  Die gewählte Begutachtungsmethode (Perspektive) bestimmt das Ergebnis der Bewertung mit.
Ursachenermittlung
Ist der Sachverständige mit der Ermittlung eines Ursachenzusammenhangs beauftragt, so hat er aus einem gegebenen Sachverhalt (z.B. Dekubitus oder Unfall mit ärztlicher Diagnose) auf die
Ursache zurückzuschließen und den Kausalitätsverlauf nachträglich zu rekonstruieren.